Wie es sich nach den ersten Regenfällen herausstellen sollte, wäre eine Schnecken-Migration im großen Stil auch absolut unsinnig gewesen, denn die Schweiz ist voller Schnecken. Auf Spaziergängen und Wanderungen lassen sie sich pflücken wie die Blumen.
Wie ein ausgerollter Schneckenteppich breiten sie sich über lange Wegstrecken aus. Schneckenslalom unmöglich – so dicht liegen sie beieinander. Mauern und Treppenstufen sind mit kunterbunten Hauschenmustern tapeziert und an Sträuchern hängen sie wie Kugeln an einem Weihnachtsbaum. Zu den Mitgliedern der Schweizer Schneckengesellschaft zählen unter anderem: bunte Bänderschnecken, millimetergroße Punktschnecken, spindelartige Schliessmundschnecken, glatte Posthörnchen, zweizähnige Puppenschnecken, scharfe Tellerschnecken und gestreifte Windelschnecken. Rund zweihundert Landschneckenarten gibt es in der Schweiz, und es werden sogar immer noch neue Schneckenarten entdeckt.
Nischen für eingeschmuggelte griechische Kriecher gibt es da sicher kaum, mal abgesehen davon, dass sie bei den langen Wintern im Schweizer Schneckenexil sicher depressiv geworden wären. So beschränken sich meine Aktivitäten als Schnecken-Chauffeuse bis auf weiteres darauf, die Schnecken aus den Vorgärten meiner Nachbarn zu klauben, um sie vor den dort aufgestellten Fallen und Ködern zu retten.
Bestimmt kann ich aber eine der Geretteten mal zu einer Tour nach Grindelwald oder ins Tessin überreden.
Die Bilder von den Ausflugs-Schnecken an der Eiger Nordwand oder dem Luganer See gibt es dann im nächsten Schneckenkalender zu sehen.
Ein gutes und gesundes Jahr 2011 und
viel Vergnügen mit unseren Schweizer Schnecken
wünscht Ihnen
Nicole Quint
Die Geschichte des Kalenders „Schnecken 2011“
Schweizer Schnecken
Nachdem wir Ihnen im letzten Jahr Schnecken-Models aus Sparta präsentieren konnten, sind dieses Mal eidgenössische Häuschenträger dran. Ja, die Schneckenschaukel ist umgezogen – nach Zürich, und wir haben nicht einmal eine griechische Schnecke mitgenommen. Daran gedacht habe ich natürlich, aber es war schon schwer genug, unseren Kater als "Umzugsgütli" über die Grenze zu bringen. Die Diskussion mit einem Schweizer Zollbeamten über die Vorschriftsmäßigkeit einer Schneckeneinfuhr würden Sie jetzt sicherlich gern lesen, aber ich war schlicht nicht mutig genug.












